10. Dezember 2011

Havelländische Linke mit Doppelspitze

Karin Heckert und Hendrik Öchsle als Kreisvorsitzende gewählt

Der neue Kreisvorstand: von links - Hans-Jürgen Grigoleit (Schatzmeister), Jörg Schönberg, Karin Heckert (Vorsitzende), Renate Tschierch, Susanne Schwanke-Lück, Renate Lass, Hendrik Öchsle (Vorsitzender) und Daniel Förster (Stellv. Vorsitzender)

Die LINKE Havelland ist der erste Kreisverband der LINKEN in Brandenburg, die von einer Doppelspitze geführt wird. Beim 3. Kreisparteitag am 10. Dezember in Nauen wählten die Delegierten die Friesackerin Karin Heckert und den Rathenower Hendrik Öchsle an die Spitze des 363 Mitglieder zählenden Kreisverbandes. Beide neuen Vorsitzenden erhielten je 38 Stimmen (90,47 Prozent) der insgesamt 42 anwesenden Delegierten.

Das neue Führungsduo der havelländischen Linken verfügt über vielfältige Erfahrungen in der politischen Arbeit. Karin Heckert ist langjähriges Vorstandsmitglied und war in der zurückliegenden Wahlperiode Kreisgeschäftsführerin. Hendrik Öchsle ist seit zwölf Jahren Vorsitzender des Rathenower Stadtverbandes der Linken und war bisher stellvertretener Kreisvorsitzender.

Die bisherige Kreisvorsitzende der LINKEN im Havelland, Andrea Johlige, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Den Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit möchte sie künftig auf Landesebene legen. Seit Frühsommer dieses Jahres leitet sie bereits die Landesgeschäftsstelle der brandenburgischen LINKEN in Potsdam und strebt bei der Wahl Anfang 2012 die Funktion der Landesgeschäftsführerin an. „Karin Heckert und Hendrik Öchsle kennen die Parteistrukturen im Ost- bzw. Westhavelland sowie die Mitglieder wie ihre Westentasche. Ich bin überzeugt, dass sie eine erfolgreiche Arbeit als Doppelspitze leisten werden“, so Andrea Johlige in ihrer Rede als scheidende Kreisvorsitzende.

Als stellvertretender Kreisvorsitzender wurde Daniel Förster gewählt. Der Student erhielt 33 Stimmen (78,57 Prozent). Zwar wechselte der 24-Jährige aus familiären Gründen Anfang des Jahres von Rhinow nach Brandenburg/H., doch in der politischen Arbeit will er auch künftig dem Havelland treu bleiben. Er möchte insbesondere die Kommunikationsstrukturen im Kreisverband modernisieren, die Öffentlichkeitswirksamkeit von Aktionen und Veranstaltungen der Partei verbessern und neue Mitglieder gewinnen.

Den größten Vertrauensvorschuss gaben die Delegierten dem neuen Schatzmeister. Der ehemalige Mitarbeiter des Finanzamtes und jetzige Vorruheständler Hans-Jürgen Grigoleit aus Rathenow erhielt 42 und damit alle möglichen Stimmen. Sein Amtsvorgänger Daniel Golze hatte nach sechsjähriger Tätigkeit in dieser Funktion nicht erneut kandidiert.

Den achtköpfigen Kreisvorstand der LINKEN komplettieren Renate Lass (Wustermark), Susanne Schwanke-Lück (Nauen), Renate Tschierch (Rhinow) sowie Jörg Schönberg (Schönwalde).

Neben der Neuwahl des Kreisvorstandes befassten sich die Delegierten auch mit inhaltlichen Fragen. So wurde der Leitantrag „Für eine sozial gerechte, solidarische und ökologisch-nachhaltige Gesellschaft – in Verantwortung für die Zukunft“ beschlossen. Darin sind die Handlungsschwerpunkte des Kreisverbandes für die kommenden zwei Jahre festgeschrieben. Sie reichen u.a. von der Forderung nach einer sozial-gerechten Schul- und Bildungsplanung sowie einen bedarfsgerechten Schülertransport bis hin zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Hass und Gewalt in der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang unterstützt DIE LINKE Havelland ein Verbot der NPD.

In einem weiteren Antrag empfahl der Parteitag den Mandatsträgern der Partei DIE LINKE in den havelländischen Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen, sich für eine interkommunale Zusammenarbeit einzusetzen und konkrete Maßnahmen der Zusammenarbeit zu initiieren.

Hierzu erläutert der neue Kreisvorsitzende Hendrik Öchsle: „Angesichts des demografischen Wandels stehen auch viele havelländische Kommunen in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, ihre kommunalen Aufgaben bei zurückgehenden Einwohnerzahlen zu erfüllen. Mehr Effizienz in der Verwaltung und eine bessere Wirtschaftlichkeit lassen sich nicht automatisch durch Fusionen, sondern insbesondere durch eine intensivere interkommunale Zusammenarbeit erreichen. Mögliche Felder der Zusammenarbeit sind die Bereiche Bauhof, Winterdienst, Bewirtschaftung Kommunalwälder, Gehaltsabrechnung, Tourismus-Marketing und Wirtschaftsförderung.“

Erste Gratulanten

Zu den ersten Gratulanten der beiden neuen Kreisvorsitzenden Karin Heckert (2.v.l.) und Hendrik Öchsle (r.) gehörten die bisherige Kreischefin Andrea Johlige (3.v.l.), der Landtagsabgeordnete Christian Görke (2. v. r.) und der Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Linken, Harald Petzold (l.).