Wie wir unsere Wahlkampfversprechen umsetzen – Stichwort: Bahnhof Elstal


Auf Initiative der Fraktion DIE LINKE. in der Gemeindvertretung Wustermark gibt es seit Jahren Bemühungen, einen behindertengerechten Zugang am Bahnhof Elstal zu schaffen. Unser Kampf um die Barrierefreiheit an dieser Brücke spiegelte sich nicht nur in Wahlplakaten, Fotos in der Presse oder in Briefen an prominente Persönlichkeiten, wie es bei der CDU und SPD üblich ist, wieder, sondern in konkreten Aktivitäten. Deshalb sollte der Anteil der Fraktionen bei der Umsetzung dieses Projekts auch differenzierter betrachtet bzw. bewertet werden. Es ist schon ärgerlich, wenn in der Öffentlichkeit der Anteil der linken Bemühungen unter „ferner liefen“ dargestellt und die Bürgerinnen und Bürger im Glauben gelassen werden, dass die jetzigen Ergebnisse – Barrierefreiheit ab 2012 – durch den neuen Bürgermeister und der neu gebildeten Fraktionsgemeinschaft von CDU und SPD bewirkt wurden. Solch ein Vorhaben, das sollte eigentlich jeder wissen, ist in all seine Facetten nicht in einem Jahr zu stemmen.
Eine kurze Chronologie zeigt, was auf Initiative der LINKEN bewirkt wurde. Die Durchführung einer Fahrgastzählung in 2008, diverse, hartnäckige Anfragen an die Deutsche Bahn, vor Ort Termine, Kontakte mit wichtigen Partnern u. v. a. m. Bei einem vor Ort Termin z. B. mit Ingeborg Kolodzeike, damalige behindertenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE, am 19. September 2008 sprachen wir auch mit dem Landesminister für Infrastruktur und Raumordnung, Herrn Dellmann. (Anmerkung: Er befand sich auf einer SPD-Wahlkampfradtour in Priort und Frau Kolodzeike bat um sein Kommen nach Elstal.) Vor Ort trafen wir dann Absprachen und es wurden weitere Schritte diskutiert. Auch nach der Wahl sind wir hartnäckig und nachhaltig dran geblieben und konnten letztendlich die entscheidenden Kontakte zum Bahnvorstand herstellen, so dass am 03.12.2008 eine erneute Verständigung im Bildungszentrum, Service-Wohnen Elstal, erfolgte. Wichtige  Partner  von Land (Ingeborg Kolodzeike, Mitarbeiter der Abgeordneten Anita Tack und Udo Folgart), Bahnvorstand (Herr Dr. Trettin, Konzernbevollmächtigter, Regionalbahn-Chef)und der DB Station & Service AG (Frau Kobs, Leiterin Bahnhofsmanagement) nahmen teil, und wir verständigten uns zur  weiteren Vorgehensweise. Die Möglichkeiten einer Landesförderung konnten mit den Argumenten der steigenden Fahrgastzahlen durch den Zuwachs von Bewohnern im Service Wohnen/Bildungszentrum, den steigenden Besucherzahlen im neuen Outlet-Center-Dorf und der weiteren touristischen Erschließung der Döberitzer Heide begründet werden. Diese Argumente fanden offene Ohren und man räumte uns Chancen ein. Zeitnah erfolgten notwendige Absprachen im Wirtschaftsministerium, um weitere Details mit den Fachleuten abzuklären.
Am 24. Februar 2009 konnten wir am Tisch des Ministers Dellmann eine grobe Skizzierung der Arbeitsschritte festlegen, bevor es am 28.April 2009 eine große Gesprächsrunde im Landtag gab, in der „Nägel mit Köpfen“ gemacht wurden. Unter Teilnahme des Ministers Dellmann, Dr. Trettin und Herr Marxen von der DB AG, des damaligen Bürgermeisters Drees u. a. wurden die Zeitfenster und Rahmenbedingungen geklärt, so dass zum Eisenbahnfest in Elstal im Mai 2009 Herr Dellmann den Einbau von Aufzügen an der Elstaler Brücke versprach. In nachfolgenden Beschlussvorlagen der Gemeindevertretung wurde dann über den Sachstand und die Planungsvereinbarung sowie zu Verträgen mit der DB AG informiert, diskutiert und beschlossen.

Margit Paul, Elstal
Ehemalige Vors. der Fraktion DIE LINKE.


"Ingeborg Kolodzeike, damalige behindertenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE, und Herr Minister Dellmann am Bahnhof Elstal."

Kommentar zu den Aktivitäten der CDU/SPD Fraktion, den Bahnhof Elstal Barrierefrei zu bekommen:

Viel heiße Luft
" Mehr als ein Foto des Bahnhofs Elstal auf einem Wahlplakat (SPD) und einen Brief an Frau Vosshoff (CDU) hat die Einheitsliste von CDU/SPD in Wustermark nicht unternommen, um den Bahnhof Elstal Barrierefrei zu bekommen. Aber das reichte aus, um  große Artikel in einer Zeitung  zu erhaschen. Nur leider haben diese Artikel nichts gebracht. Die Gespräche und konkreten Beschlüsse haben die LINKEN über mehrere Monate forciert, begleitet und letztendlich zu verantworten. Wir scheuten uns auch nicht den SPD Minister unter Druck zu setzen. Und das alles ohne Bamborium, große Zeitungsartikel und viel heiße Luft."
Tobias Bank